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Feldhasen in Europa

Der Feldhase in Deutschland: ein Niederwild unter Beobachtung

In Deutschland ist der Feldhase zugleich ein traditionelles Niederwild der Agrarlandschaft und eine Art der bundesweiten Roten Liste der Säugetiere. Dieser scheinbare Widerspruch lässt sich erklären: Die Rote Liste betrachtet die Entwicklung über mehrere Jahrzehnte, während die jährlichen Zählungen der Jägerschaft zuletzt einen Anstieg zeigen. Eine zweite Hasenart, der Schneehase, kommt nur noch in den bayerischen Alpen vor.

Wilder Feldhase, Symbolfoto
Wilder Feldhase, Symbolfoto (kein Tier aus der Zucht von GIBIS): Ralf Hüsges, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Zwei Arten, zwei sehr unterschiedliche Lagen

Die 2020 unter Federführung des Bundesamts für Naturschutz veröffentlichte Rote Liste der Säugetiere Deutschlands stuft den Feldhasen (Lepus europaeus) in die Kategorie „gefährdet“ ein, unverändert gegenüber der vorherigen Ausgabe[1]. Der Steckbrief bezeichnet die Art als „mäßig häufig“, mit einem starken langfristigen Rückgang und einer mäßigen kurzfristigen Abnahme[1].

Der Schneehase (Lepus timidus), der im Winter ein weißes Fell trägt, ist in Deutschland streng auf die bayerischen Alpen beschränkt. Er gilt dort als „extrem selten“, und der Steckbrief hält fest, dass keine Monitoringdaten vorliegen, um die Bestandsentwicklung zu beurteilen[2]. Zur Biologie des Feldhasen siehe unser Porträt Feldhase.

Warum der Feldhase zurückgegangen ist

Die Rote Liste führt die Gefährdung auf die Intensivierung der Landwirtschaft zurück: Herbizide, die Ausweitung von Mais und Energiepflanzen sowie die Verschlechterung offener Lebensräume[1]. Sie verweist auf die Zählungen des Deutschen Jagdverbands (DJV), die den Rückgang auf den untersuchten Flächen auch mit dem Ende der EU-weiten Flächenstilllegungspflicht in Verbindung bringen[1].

Für den Schneehasen nennt dieselbe Quelle weitere Risiken: eine zunehmende Konkurrenz und mögliche Hybridisierung mit dem Feldhasen im Zuge der Klimaerwärmung sowie den wachsenden Tourismus in den Alpen oberhalb von 1.300 m[2].

Was die jüngsten Zählungen zeigen

Der DJV und seine Landesjagdverbände erfassen den Feldhasen durch Zählungen in Referenzgebieten im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD). Im Frühjahr 2025 ergaben mehr als 400 Referenzgebiete einen Durchschnitt von 19 Hasen pro Quadratkilometer Feld- und Wiesenfläche, zum dritten Mal in Folge ein Rekordwert und rund ein Viertel mehr als vor zwanzig Jahren[3]. Die höchsten Dichten, um 30 Hasen pro Quadratkilometer, werden im nordwestdeutschen Tiefland ermittelt[3].

Der DJV führt dieses Ergebnis auf einen milden Winter und ein sehr trockenes Frühjahr zurück, die der ursprünglich aus der Steppe stammenden Art zugutekommen. Er weist zudem darauf hin, dass sich die 2023 erstmals beim Feldhasen nachgewiesene Myxomatose auf mehrere Länder ausgebreitet hat, ohne dass bislang ein flächendeckender negativer Effekt bestätigt ist[3].

Wer die Jagdregeln festlegt

Der Feldhase gehört nach dem Bundesjagdgesetz zum Haarwild[6]. Das Gesetz sieht vor, dass das zuständige Bundesministerium die Jagdzeiten durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates festsetzt, die Länder sie jedoch abkürzen oder aufheben können[4]. In der Praxis hängen die Jagdzeit auf den Feldhasen und etwaige Einschränkungen also vom jeweiligen Land und teils von örtlichen Entscheidungen ab: Wir veröffentlichen keine Daten. Wenden Sie sich an die Jagdbehörde des betreffenden Landes (oberste oder untere Jagdbehörde) und an den Landesjagdverband.

Aussetzen: Was das Bundesrecht sagt

§ 28 des Bundesjagdgesetzes verbietet das Aussetzen von Schwarzwild und Wildkaninchen, macht das Aussetzen fremder Tierarten von einer schriftlichen Genehmigung des Landes abhängig und erlaubt den Ländern, das Aussetzen oder die Haltung weiterer Tierarten zu beschränken oder zu verbieten[5]. Für den Feldhasen hängt die maßgebliche Regel also vom Landesrecht ab: Informieren Sie sich vor jedem Vorhaben bei der Jagdbehörde des Landes.

Zur Methode erläutert unser Leitfaden zum Aussetzen von Feldhasen das Vorgehen im Einzelnen. GIBIS, ein Wildzuchtbetrieb in Chatte im französischen Département Isère, zieht dort junge Feldhasen auf und bietet außerdem Wildfanghasen aus Mitteleuropa an: siehe unsere Hasen.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Feldhase in Deutschland gefährdet?

Die bundesweite Rote Liste von 2020 stuft den Feldhasen wegen eines starken langfristigen Rückgangs als „gefährdet“ ein[1]. Die Zählungen des DJV zeigen jedoch für das Frühjahr 2025 Rekorddichten in den Referenzgebieten[3].

Wer legt die Jagdzeit auf den Feldhasen in Deutschland fest?

Der Rahmen ist bundesrechtlich, doch die Länder können die Jagdzeiten abkürzen oder aufheben[4].

Kann man in einem deutschen Revier Feldhasen aussetzen?

Die Länder können das Aussetzen von Arten wie dem Feldhasen beschränken oder verbieten[5]: Informieren Sie sich bei der Jagdbehörde des Landes.

Eine Frage zum Feldhasen? Schreiben Sie uns.

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Quellen

Diese Seite fasst öffentliche Quellen zusammen, die bei ihrer Erstellung eingesehen wurden; sie ersetzt weder die geltenden Vorschriften noch die Auskunft der zuständigen Behörde.

  1. [1]Artensteckbrief Feldhase (Lepus europaeus) – Rote Liste und Gesamtartenliste der Säugetiere Deutschlands (Meinig et al., 2020) · Rote-Liste-Zentrum / Bundesamt für Naturschutz · rote-liste-zentrum.de
  2. [2]Artensteckbrief Schneehase (Lepus timidus) – Rote Liste und Gesamtartenliste der Säugetiere Deutschlands (Meinig et al., 2020) · Rote-Liste-Zentrum / Bundesamt für Naturschutz · rote-liste-zentrum.de
  3. [3]Erneut Rekordwert beim Feldhasen · top agrar (Ergebnisse des Deutschen Jagdverbands, WILD) · topagrar.com
  4. [4]Bundesjagdgesetz (BJagdG), § 22 Jagd- und Schonzeiten · Bundesministerium der Justiz – gesetze-im-internet.de · gesetze-im-internet.de
  5. [5]Bundesjagdgesetz (BJagdG), § 28 Sonstige Beschränkungen in der Hege · Bundesministerium der Justiz – gesetze-im-internet.de · gesetze-im-internet.de
  6. [6]Bundesjagdgesetz (BJagdG), § 2 Tierarten · Bundesministerium der Justiz – gesetze-im-internet.de · gesetze-im-internet.de
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