Der Feldhase in Österreich: ein Niederwild, das jedes Land selbst regelt
In Österreich zählt der Feldhase nach wie vor zu den am häufigsten erlegten Wildarten des Landes, vor allem in den Agrarebenen des Ostens. Eine österreichische Jagd gibt es allerdings nicht: Es gibt neun, eine pro Bundesland, jede mit ihrem eigenen Gesetz. Hinzu kommt ein zweiter Hase, der Schneehase, der in den Hochlagen der Alpen lebt.

Zwei Hasen: Ebene und Gebirge
Der Feldhase (Lepus europaeus) besiedelt Ackerland, Wiesen und Weingärten, besonders im Osten des Landes: Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich. Diese Art beschreibt unser Steckbrief Feldhase.
Weiter oben, im Alpenbogen, der den Westen und Süden des Landes prägt, lebt der Schneehase (Lepus timidus), der im Winter ein weißes Fell trägt. Er ist eine Art kalter Klimazonen: Eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, der Universität Bern und der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) prognostiziert für die Schweizer Alpen bis 2100 einen Verlust von rund einem Drittel seines geeigneten Lebensraums, bei stärker zersplitterten Populationen[4]. Die Arbeit bezieht sich auf die Schweiz, zeigt aber, unter welchem Druck dieser Gebirgshase durch die Erwärmung im gesamten Alpenraum steht.
Was die Jagdstrecken zeigen
Statistik Austria veröffentlicht jedes Jahr die Jagdstatistik auf Grundlage der Daten, die die Ämter der Landesregierungen übermitteln. Für das Jagdjahr 2024/25 weist das Amt 104.800 erlegte Hasen aus, ein Plus von 0,5 % gegenüber dem Vorjahr[1]. Dieselbe Pressemitteilung, die nach ihrer Erstveröffentlichung berichtigt wurde, zählt 25.200 Hasen beim Fallwild; über alle Wildarten hinweg geht der Straßenverkehr auf 56,3 % dieser Verluste zurück[1].
Diese bundesweiten Zahlen verdecken regionale Entwicklungen. 2018 gab der Oberösterreichische Landesjagdverband an, dass im Jagdjahr 2016/17 in diesem Bundesland rund 30.300 Hasen erlegt worden waren, etwa halb so viele wie fünfzehn Jahre zuvor; als Gründe nannte er den Verlust von Lebensraum und einen höheren Druck durch Beutegreifer[2]. Eine Jagdstrecke misst die Entnahme, nicht unmittelbar die Größe eines Bestands.
Jagd ist Landessache
In Österreich fällt die Jagd in die Gesetzgebung der neun Bundesländer. Jedes Land legt das Jagdjahr fest – es beginnt nicht überall am selben Tag –, ebenso die Schusszeiten und Schonzeiten[1]. Behördliche Abschusspläne betreffen das Schalenwild; für andere Wildarten, darunter den Hasen, wird zwar ein Abschussplan erstellt, er ist aber gesetzlich nicht in gleicher Weise geregelt[1].
Wer die Schusszeit für den Hasen in einem bestimmten Bezirk wissen will, muss daher im Jagdgesetz und in den Jagdverordnungen des betreffenden Bundeslandes nachsehen oder beim Landesjagdverband und bei der Bezirkshauptmannschaft nachfragen.
Aussetzen von Wild: Sache der Länder
Auch die Regeln für das Aussetzen von Wild stehen in den Jagdgesetzen der Länder. In Niederösterreich etwa darf nur der Jagdausübungsberechtigte Wild aussetzen, bei verpachteten Jagden mit Zustimmung des Verpächters, und das Vorhaben ist der Bezirksverwaltungsbehörde vorab schriftlich anzuzeigen, unter anderem mit Angabe der Stückzahl je Wildart und der Herkunft der Tiere[3]. Die übrigen Bundesländer haben eigene Bestimmungen.
Erkundigen Sie sich vor jedem Vorhaben bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft und beim Landesjagdverband Ihres Bundeslandes. Unser Leitfaden Aussetzen von Hasen beschreibt aus französischer Sicht, wie ein Revier vorbereitet wird.
GIBIS und der Feldhase
GIBIS, ein Wildzuchtbetrieb in Chatte im französischen Département Isère, zieht dort junge Feldhasen auf und bietet außerdem Wildfanghasen aus Mitteleuropa an: siehe unsere Hasen. Die Fotos auf dieser Seite zeigen die Art in ihrem Lebensraum und nicht unsere Tiere.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Hasen werden in Österreich jedes Jahr erlegt?
Laut Statistik Austria wurden im Jagdjahr 2024/25 104.800 Hasen erlegt, um 0,5 % mehr als im Vorjahr[1].
Wer legt in Österreich die Schusszeit für den Hasen fest?
Jedes Bundesland mit seinem Jagdgesetz und seinen Jagdverordnungen[1]. Maßgeblich sind daher die Vorschriften des jeweiligen Landes oder die Auskunft seines Landesjagdverbands.
Kommt der Schneehase in Österreich vor?
Ja, in den Alpen. Er ist eine Art kalter Klimazonen, deren geeigneter Lebensraum mit der Erwärmung stark schrumpfen könnte, wie eine Studie unter Beteiligung der BOKU Wien zeigt[4].
Darf man in Österreich Hasen aussetzen?
Die Regeln hängen vom Bundesland ab; in Niederösterreich etwa ist eine vorherige Anzeige bei der Bezirksverwaltungsbehörde vorgesehen[3]. Erkundigen Sie sich bei der Bezirkshauptmannschaft und beim Landesjagdverband.
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Kontakt aufnehmenQuellen
Diese Seite fasst öffentliche Quellen zusammen, die bei ihrer Erstellung eingesehen wurden; sie ersetzt weder die geltenden Vorschriften noch die Auskunft der zuständigen Behörde.
- [1]Hunting season 2024/2025: 4.6% fewer game shot (corrected press release 14 016-209/25) · Statistik Austria · statistik.at
- [2]OÖ Landesjagdverband warnt: Niederwild bedroht · Tips (Linz) · tips.at
- [3]§ 95a NÖ Jagdgesetz – Aussetzen von Wild · JUSLINE Österreich · jusline.at
- [4]Klimawandel: Schneehasen verlieren Lebensraum (WSL, Universität Bern, BOKU Wien) · idw – Informationsdienst Wissenschaft · idw-online.de